Was für eine Megawoche! Der für mich erste Wahnsinns- Besuch im Verdon mit Peter war keinesfalls ein Plan C, sondern der Auftakt von hoffentlich mehreren Visiten dort…

erstes Handanlegen am unglaublichen Verdonfels in der Petra Aliena…

…umso mehr, als das dieses Gebiet- gerade auch im Sommer- unglaublich viel zu bieten hat. Ursprünglich standen ja gemeinsame Granittouren in der Schweiz oder in Chamonix am Programm, doch Peter hatte anderes im Sinn und lotste mich sehr diplomatisch Richtung Süden. Mein alpinistischer Drang lässt wohl stark nach und die Motivation für „Gefahr“, „Nordwand“, „Kälte“, „Eis und Schnee“, sowie anderer verruchter Dinge hält sich entsprechend in Grenzen. So düsten wir Anfang Juli nach Verdon, nicht wissend, was mich dort erwarten wird. Gleich vorweg: “Es war eine megagute Entscheidung”!

megaverrückte Kletterei in der Burne out…

Nach einer sehr langen Anfahrt über Innsbruck mit kurzem Nächtigungsstopp bei Nizza kam uns die Petra Aliena, 6b+, 180 Meter von Pascal Faudou zum Einklettern gerade recht. Schön nordseitig gelegen und im Schatten, war es ein erstes Herantasten an den Verdonfels. Wir konzentrierten uns in Folge fast ausschließlich auf nordseitig ausgerichtete Touren, um der Hitze zu entgehen, konnten dadurch lange schlafen und ausgiebig frühstücken, hatten danach noch genug Zeit, um im Verdon zu baden und den Flüssigkeitshaushalt im Körper mit jeder Menge TAB`s wieder auszugleichen.

ungemein ausgesetzte Lochkletterei in der Ras le Bolchoi…

Und dieser genannte Pascal Faudou ließ uns die ganze Woche nicht mehr los: der Kerl ist einer der aktivsten Erschließer der Schlucht und hat die besondere Eigenschaft, die besten und schönsten Felspassagen- und Meter mit oft sagenhaften Quergängen zu verbinden. Und so ungewohnt das ganze beim Klettern ist, so schön und erlebnisreich werden die Touren dann- einfach megageile Linien! 🙂

Da es im unmittelbaren Nahbereich der Petra Aliena nicht nur andere Routen zum Entdecken, sondern auch herrlich eisgekühltes Bier in der Auberge des Cavaliers gab, war es nicht ganz verwunderlich, dass wir dort öfters vorbeisahen: die Tandem pour une Evidence, 6c+, 200 Meter führt über einen beeindruckenden Pfeiler vom Talgrund bis ganz nach oben. Und auch die Enigma, 7a, 260 Meter begeistert auf jedem Klettermeter. Perfekter Traumfels, sagenhafte Quergänge und atemberaubende Ausgesetztheit zeichnen diese Touren aus!

Das wohl für uns verrückteste Klettererlebnis hatten wir am dritten Tag in der Burne out, 7b, 320 Meter. Irgendjemand kam auf die wahnwitzige Idee, an einem

30 Meter langer Traumquergang in der Enigma…

megagroßen Grottendach mit bis zu zwei Meter langen Stalaktiten dieses über gut 20 Meter Länge horizontal zu überqueren. Eine Beschreibung dafür fällt schwer- am besten erklären das unsere Bilder und das Video dazu: absolut genial und #leidergeil!

Mit jedem Tag kamen wir dem chillout Faktor 10 um ein Stückchen näher- so war es auch nicht verwunderlich, dass wir am vierten Tag unserer Kletterreise einen Rasttag einlegten, und diesen sowohl badend im Lax de Sainte Croix, als auch tandemfliegend in Moustiers verbrachten. Nur gut, dass die Feierlichkeiten zum Nationaltag der Franzosen einen Tag später als unser Flug stattfanden: da haben Peter die Biere wieder so richtig geschmeckt…

Tag 5 verbrachten wir wieder in zwei Touren vom Pascal Faudou: die Ca Passe ou Sarcasmes, 6c+, 225 Meter und auch die Ras le Bolchoi, 6c, 180 Meter hatten wiederum diese absolut geilen Quergänge im Programm. Wir standen diesmal etwas früher auf, sind diese Linien doch westseitig ausgerichtet und im Sommer bei direkter Einstrahlung nicht wirklich zu empfehlen. Wir timten es perfekt, sodass wir mit dem

viel Luft unter den Sohlen in der wide is love…

letzten Schatten ausstiegen und mit dem letzten direkten Sonnenstrahl in die Verdon springen konnten.

Tag 6 verbrachten wir wiederum im Nahbereich der Auberge des Cavaliers im Sektor Estellie in der Enigma, 7a, 260 Meter. Ein Feuerwerk an perfekter Wand- und Lochkletterei, unglaublich lange Quergänge (ich glaub, ich mag sie…) und eine fast 60 Meter lange 7a- Ausstiegslänge über grandiosem Verdonfels bestätigte uns, dass wir GENAU DA richtig sind.

Tag 7 wollten wir ähnlich verbringen, doch da streikte nach der ersten

einer der vielen Abseiler in der Le Gout des Autres…

Tour der Alte: so schön die Le Gout des Autres, 6b+, 120 Meter auch war, machten sich bei mir erste körperliche Schwächen bemerkbar. Doch Peter hatte auch hier ein Ass im Ärmel und schleppte mich nach dem ersten Aufpäppeln mit einigen TAB`s zur letzten Seillänge der wide is love. Diese Länge im Sektor der Jardin des Ecureuils ist eine der am meist begangenen Linien im Verdon (einige sagen auch, diese ist die wohl schönste 6a- Länge der Welt…). Wir seilten uns bei untergehender Sonne in diese unglaublich ausgesetzte Tour hinunter. Ich durfte dieses highlight führen und- obwohl schon stark abgeklettert und poliert- war es meinerseits emotionales Klettern

DAS ist der sagenhafte Verdonfels…

pur: ein Bild dieser Tour schon seit 40 Jahren im Kopf war nun plötzlich ich der Protagonist- ich genoss jede Sekunde. Danke, Peter!

Und weil`s dort ja so schön ist, kletterten wir am letzten Tag unseres Trips einen Megaklassiker aus 1976. Die Sucepe, 6b+, 170 Meter war ein perfekter Abschluss dafür.

Ein Resümee fällt nach diesen Erlebnissen schwer. Ich sag einfach so: allen Touren dort vergebe ich ***** Sterne, dem Aufenthalt dort mit dem gesamten Paket an kulinarischen und visuellen Köstlichkeiten

das Klettergenie und der Alte: Danke Peter!

ebenfalls ***** Sterne. Und meinem Kletterpartner und Freund Peter vergebe ich ******* von sieben möglichen Sternen- danke Peter für deine Geduld, Umsicht und deine perfekte Führung! 🙂

Es war einfach #leidergeil!

 

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hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Petra Aliena

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Tandem pour une Evidence

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Burne out

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Enigma

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Ca Passe ou Sarcasmes

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Ras le Bolchoi

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Le Gout des Autres

hier geht’s zum album und der Tourenbeschreibung der Sucepe

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ein erstes Video der Burne out könnt ihr hier genießen:

Kategorien: Touren

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