Zebru Nordwand 2018!

12.5.2018

Das lange Wochenende Mitte Mai gehörte trotz einer durchwachsenen Wetterprognose genützt. Schönwetter in der ersten Tageshälfte gefolgt von möglichen Gewittern in der zweiten waren die Rahmenbedingungen für unseren Suldentripp…

am Gipfel des Grossvenediger…

Zum Eingehen eignete sich vorzüglich der Grossvenediger, den wir am Donnerstag flugs vom Tal aus über dessen Südseite erklommen. Da die Johannishütte schon geschlossen hatte, waren wir bis auf ein paar wenige hardcore- Bergsteiger im Winterraum des Defreggerhauses alleine. Am Gipfel und danach waren wir sogar die Einzigen. Als Abfahrt wählten wir eine der steilen Rinnen südwestseitig ins hintere Dorfertal, da diese den besten Weg versprachen. Sieben Stunden später rollten wir schon wieder weiter gen Westen.
In Sulden angekommen wurde durch einen Tipp von Daniel Ladurner der erste Plan für den Freitag- Schückrinne rauf und Minigerode vom Ortler wieder runter- gleich mal verworfen. Alternativ schlug uns Daniel die für mich nicht mehr angedachte Zebru Nordwand vor- perfekt! Dann nichts wie los und rein in dieses beachtliche Nordwandteil! Das Läuten des Weckers um

im Mittelteil der Zebru Nordwand…

0200 Uhr war zwar etwas zäh- dadurch standen wir aber genau beim Hellwerden nach 2,5 Stunden Gehzeit am Einstieg unter der Wand. Die folgenden 900 Höhenmeter waren geprägt durch tiefes Spuren und stetiges nach oben Steigen: Die Aussicht grandios, das Wetter (noch) superschön, die Tiefblicke fast beängstigend tief und einen perfekten Partner an der Seite ließen mich an eine optimale und reibungslose Tour glauben.
Leider verschlechterte sich das Wetter wie schon auch am Vortag und es zog rasch zu. Es wurden zwar keine Gewitter vorhergesagt, doch die Sichtverhältnisse gingen in den Keller. Die notwendige Querung vom Ausstieg aus der Wand zum Gipfel beschäftigte uns durch tiefen grundlosen Schnee länger, als wir dachten- zumal dort das Gelände ja nicht gerade flach ist.
Am Abstieg Richtung Cantu Biwak dann Null Sicht an der Nordseite des Berges, sodass wir uns entschlossen, nicht zuzuwarten, sondern gleich

im Schlussteil der Nordwand…

Richtung Süden bei guter Sicht abzusteigen. Ähnlich wie schon in der Nordwand war das Gelände dort in etwa vergleichbar steil. Nach einem kurzen Abstieg im knietiefen Sulz schnallten wir uns die Bretter an und fuhren die Südwand bis zum Rifugio Quinto Alpini auf 2.700 m Seehöhe ab. Die Möglichkeit, dort im Winterraum zu übernachten und nächsten Tag wieder auf zu steigen, um wieder zurück nach Sulden zu kommen verwarfen wir. Seehr lange dauerte es dann, bis wir am Abend in Bormio unten ankamen. Die Gegend beim Abstieg dort zwar superschön, aber auch einsam…
Nach einigen TAB` s, gutem Essen und einem bequemen Bett ließen wir uns dann doch am Samstag etwas Zeit. Der Retourweg über die Pizzini- und Casatihütte und über die folgende Suldenspitze (3.376 m) würde zwar ob unserer leicht spürbaren Müdigkeit zäh werden, aber nicht so lange dauern wie die Tage zuvor. 😉

schon fast ganz unten in Bormio…

Rechtzeitig und perfekt getimt standen wir mittags auf der Suldenspitze. Die sich schon wieder schließende Wolkendecke gewährte uns noch ein kurzes Sonnenfenster, das wir für eine traumhafte Firnabfahrt Richtung Norden hinunter nutzten. Bis auf knapp 2.500 m Seehöhe genossen wir dieses Finale mit unseren Brettern voll aus! „Ois guat gaungan“! 😊

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Danke an meinen perfekten Partner Juergen für diese speziellen drei Bergtage!

Und einen ganz speziellen Dank an Daniel Ladurner, der uns vor, während und nach der Tour mit wertvollen Tipps versorgte. Würden nur alle Bergkameraden so sein wie er! Dankeschön! 😊

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hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung Grossvenediger…

hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung Zebru…

hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung Suldenspitze…

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die Fotos könnt ihr hier sehen:

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das video dazu seht ihr hier:

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Zebru Nordwand 2018:

 

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