QUO VADIS Mountain Attack 2014?

von Michl Kraeftner am 21.1.2014

Wie jedes Jahr DER erste Höhepunkt der Wettkampfsaison- DAS Pistenrennen in Österreich ging in seine 16. Auflage. Sportlich war`s für uns TOP, das Drumherum eher FLOP…

immer ein Erlebnis…

Diesmal leider nur zu Fünft, reisten wir rechtzeitig am Freitagmittag nach Saalbach an, organisierten uns die Startnummern inkl. Zeitnehmungschip und starteten anschließend pünktlich um 1600 Uhr  mit knapp über 1.000 anderen Wahnsinnigen Richtung Schattberg. Mit Vollgas ging`s nun über insgesamt 24 KM und 3.000 HM auf der Marathondistanz. Die Tour hat immer noch 2.000 HM…Das Wetter war diesmal mit leichten Plusgraden und wenig Wind am Berg gerade zu optimal. Da hatten wir schon mal andere Bedingungen… 😉

Andi hatte heuer die magische Drei- Stunden Grenze im Auge. Sehr gut vorbereitet ging er sein Rennen flott an, wurde aber gleich zu Beginn des ersten steilen Abschnittes am Schattberg von einem kurzen, aber sehr prägnanten „KNACK“ in seinem Tempo gestört.

Andi List...

Andi List…

Ein getuntes Harscheisen (zwecks Gewichtsersparnis wurde da einiges weggeschnitten…) hat gemeint, seinen Dienst ganz plötzlich ein zu stellen. Und da ein Weiterkommen ohne diesem Ding verdammt schwierig war, wurde sogleich abgeschnallt und der erste Teil Schi tragend überwunden. Trotzdem blieb Andi weiterhin entspannt (des kann er wirklich, der Andi!), konnte sich in einer sehr schnellen Gruppe behaupten und Gipfel für Gipfel überwinden. Nach 3 Std 02 min als Gesamt 25. im Ziel, wurde trotzdem mal kurz mit dem Schicksal gehadert. Gleich darauf überwog aber die Befriedigung über ein optimal eingeteiltes Rennen. Mörderleistung! 🙂

Michl ging ebenfalls mit einem konkreten Ziel ins Rennen. Sub 3 Std 15 min und somit „personal best“ war angesagt!

Michl und Witsch...

Michl und Witsch…

Und im Gegensatz zum Vorjahr, wo im letzten Anstieg der berühmte „Mann mit dem Hammer“ kam, lief es heuer sehr gut. Sehr kurz war auch bei ihm die Enttäuschung, als im Ziel 3 Std 18 min angezeigt wurden. Der 15. Rang in der M45+ und „personal best“ machten gleich aber wieder alles gut! 🙂

Für Witsch lief es ebenfalls äußerst rund: Am Schattberg immer entweder eine Schilänge vor oder hinter mir (der Bua hot mi gaunz sche ghetzt…), konnte Witsch sein gewähltes Tempo ebenfalls bis ins Ziel durchziehen. Versöhnt mit der Veranstaltung und nur ganz knapp „seine personal best“ verfehlt, war unser Kollege rundum zufrieden. In der Endabrechnung ergab das den 84. Rang in 3 Std 25 min!

Witsch Nagl...

Witsch Nagl…

Evelyne ereilte wieder mal der „Schnupfenteufel“! Voll motiviert für eine Zeit unter vier Stunden auf der Marathondistanz, musste unser Mädel  ihrer Verkühlung Tribut zollen- sie wechselte auf die Tour- Distanz. Dort lief es dann für Evelyne wider erwarten ganz gut. In 2 Std 39 min (plus 10 Minuten „Zeitstrafe“ , darüber aber später mehr…) belegte sie den 17. Gesamtrang bei den Damen!

Ebenfalls auf der Tourdistanz war unser Willi senior unterwegs. Und obwohl ihm diesmal ein wenig die Kraft auf der letzten Abfahrt ausging (Willi musste mal kurz in den Schnee ;-)), fuhr unser Ältester als Gesamt 46. in der M45+ Wertung in einer Zeit von 3 Std 03 min über die Ziellinie. Gerade mal drei Minuten langsamer als im Jahr zuvor, ziehen wir den Hut vor Willi! 🙂

Evelyne Lachner...

Evelyne Lachner…

Und trotz der für uns- sportlich gesehen- gelungenen Veranstaltung, seien hier ein paar kritische Anmerkungen für den Veranstalter erlaubt. Ein Event mit diesem Anspruch und Stellenwert in der Schitourenszene (Zitat ORF: „Der härteste Tourenschimarathon der Welt!“) geht in eine bedenkliche Richtung:

🙁 Die Startnummernabholung ist eine Challenge für sich: 60 Minuten Wartezeit im Freien (wir hatten da schon mal unter – 15° C!) bei gerade mal EINER Ausgabestelle für die unterschiedlichen Wertungen. Die freundlichen „Damen am Schalter“ mit einer prähistorischen Liste ausgestattet, mit Bleistift werden Anmerkungen gekritzelt… Die  Ausgabestellen von Tour, Bundesheer und Schattberg Race sind verwaist, keiner der dort anwesenden Mädels konnten der überforderten „Marathon- Dame“ helfen (da keine Liste da…).

schen woar`s!

schen woar`s!

BITTE für nächstes Jahr- ALLE Mädels können für ALLE Distanzen die Startnummern verteilen- ist wirklich nicht schwer und verkürzt die Wartezeiten um ein Vielfaches…

🙁 Die nach wie vor gehandhabte Zeitstrafe von zehn Minuten (früher waren`s fünf Minuten) für Marathonteilnehmer, die auf die Tour wechseln, ist sinnlos geworden! Im Gegensatz zu den ersten Jahren gibt’s keine Startunterteilung mehr (also Marathon vorne, Tour hinten). Gleich im Anschluss an die Elite tummeln sich einträglich nebeneinander beide Distanzteilnehmer. Also warum Zeitstrafe? Ein Wechsel von Tour auf Marathon geht doch auch OHNE Konsequenzen! Oder wollt ihr für Unschlüssige nur noch Tour- Anmeldungen, die dann auf Marathon wechseln???

🙁 Bitte hört endlich mit der „Kartenzwickerei“ auf! Ein Event eures Standes hat das doch nicht nötig! Wir kennen KEINEN Radmarathon in dieser Größenordnung in Österreich, der zur Kontrolle Karten zwickt. Jeder kleine Ortslauf mit nicht einmal 100 Startern hat eine elektronische Zeitnehmung.  Bei 1000 Startern MUSS es möglich sein, gerade einmal ZWEI Zusatzmatten- eine am Zwölfer und eine am Bernkogel-zu verlegen. Einerseits habt ihr dann eine LÜCKENLOSE Kontrolle ALLER Teilnehmer, weiters eine 100%- ige Aufteilung in Tour und Marathon (wer nicht am Zwölfer war, ging die Tour…), und das (vereinzelt schon vorgekommene) Abkürzen unterhalb des Bernkogels fällt auch weg (warum wurde eigentlich nie am Bernkogel oben „gezwickt“?). Nicht zu Reden von den endlosen Diskussionen mit Teilnehmern wegen verabsäumten Zwickens, verlorene Karten, etc.

🙁 Eine „doppelte“ Siegerehrung bei der Klasse Marathon M45+ ist ebenfalls für die Qualität eurer Veranstaltung ein „no go“! Ohnehin eine chipzeitmessung, habt ihr es geschafft, die falschen Zehn aus zu rufen! Mir als (zuerst) Sechstplatzierten hat das schon weh getan, aber wie fühlt sich einer der ersten Drei- NACH dem Siegerfoto und mit dem Bierkrug in der Hand?

🙁 Die Längenangaben über den Bewerb werden seit Beginn „geschönt“ und sinnlos aufgeblasen. Mittlerweile kann jeder Teilnehmer an seiner Uhr eine Länge von 23 bis 24 km auf der Marathondistanz ablesen. Warum also 40 km bewerben? Wirklich unnötig!

Wir schließen uns den heuer sehr oft gehörten Statements von Teilnehmern an, die einen neuerlichen Start in Zukunft  aus genau diesen Gründen zumindest in Frage stellen. Oder ist euch der RUN auf eure Veranstaltung (von Teilnehmern aus den Nachbarländern) mit einer stetigen Ausweitung der Teilnehmerzahlen wichtiger als die notwendige Qualitätssteigerung eures  Events? Der Schattberg und der Zwölfer ist der Garant, dass bei einem Pistenrennen überhaupt soo viele an den Start gehen! Aber auch das Drumherum muss stimmen- QUO VADIS Mountain Attack?

hier gehts zur Seite des Veranstalters…

hier gehts zur Mountain Attack 2014- Ergebnisliste…

8 Kommentare

  1. Markus Wieser

    Ok, danke. Sehen uns bei der Sella.

  2. Markus Wieser

    Hallo Michael, sehe ich genau so wie du. Bin in den letzten Jahren immer bei der Mountain-Attack gestartet. Starter wurden immer mehr, aber an der Organisation hat sich nichts geändert. Startnummernausgabe und Zeitnehmung sind für solch ein Rennen undiskutabel. Wenn man das mit der Sella Ronda vergleicht, da können sich die Organisatoren was abschauen.
    Hab gesehen, dass ihr bei der Sella Ronda startet. Wollte fragen, ob ihr noch eine Mitfahrgelegenheit habt. Bin vom Raum Judenburg.
    Lg Max.

    • admin

      Danke, Markus! Die Sella Ronda ist diesbezüglich ein gutes Beispiel, wie man die Anmeldung und die Zeitnehmung erfolgreich bewältigt. Bez. Mitfahrgelegenheit muß ich dir leider absagen- wir sind schon 5 Personen im Auto…

      lgm

  3. Walter Fischill

    Super Bericht Michl. Mich hat das auch sehr geärgert mit der Siegerehrung. Am Podium mit Bierkrug in der Hand und dann doch nicht was soll das eigentlich und die Kartenzwickerei geht mir schon immer am A…
    Möchte euch noch einmal gratulieren zu euren Leistungen.

    lg. Walter

    • admin

      Danke, Walter!
      Ihr ward aber auch nicht schlecht 😉 ! Wir hätten GEMEINSAM schnell den Bierkrug austrinken sollen!

      lgm

  4. Evelyne

    Unser Teamchef spricht mir aus der Seele – auch Kritik ist für einen Veranstalter wichtig. Regt doch an, Verbesserungen durchzuführen, oder 🙂 … LG Evelyne

  5. Harald Dagn

    Servus Michl,

    Deine Kritik gegenüber den Veranstalter ist vollkommen richtig.
    Wir vom Gowilalm – Racingteam sind mit 7 Mann gestartet und haben
    uns alle das gleiche gedacht.

    Lg
    Hari

    • admin

      Danke, Hari!
      Uns ist es wichtig, dem Veranstalter Verbesserungen aufzuzeigen. Besserwisser und Neunmalkluge gibt`s ohnehin genug- wir meinen jedoch, aus fast drei Jahrzehnten aktiven Ausdauersports bei den unterschiedlichsten Bewerben, schon ein wenig mitbekommen zu haben. Und es wäre schade, würde diese Veranstaltung kleine, aber feine Umstellungen (die leicht machbar sind) nicht als willkommen annehmen und so beträchtlich ihre Qualität steigern.

      lG
      michl

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