Eine „Musthave“- Linie am Urlkopf mit Chris Draxler!
„Schöne Tage“: 8 (7+ obl.). Im Einzelnen: 8 (35 m), 7+ (35 m), 7 (25 m), 8- (25 m), 7- (40 m), 7- (40 m)
Gesamt 6 Seillängen, 200 Klettermeter, Wandhöhe 160 Meter, Zustieg 45 Minuten ab PP Haus Schönblick (inkl. Abseiler), Kletterei 4 bis 5 Std, Abstieg 30 min. Gesamt 400 Hm, 5 bis 6 Stunden
Charakter: ein wahres Schmankerl am Urlkopf- da kommt Verdon- Feeling auf. Bester Fels und anhaltende, oft sehr ausgesetzte Seillängen, gepaart mit spektakulären Klettermetern machen diese Linie zu einer perfekten Tour in diesem Schwierigkeitsbereich.
Zustieg: Vom PP beim Haus Schönblick auf der Loferer Alm (1.564 m, Strassenschranken) in südliche Richtung anfangs eine Asphaltstrasse entlang, dann einen Forstweg folgen Richtung Grubhörndl. Bei einer markanten Abzweigung (kurz nach einem Almgatterl, zuerst nach rechts, dann nach 100 m gleich wieder nach links abzweigen und in südöstliche Richtung weiter. Der Forstweg führt hier entlang einer Wiese bis in den Wald hinein. Nun noch ca. 200 Meter auf gut sichtbarem Weg leicht bergab zur Abseilstelle „Graues Buch“. Der erste Abseiler ist orografisch rechts bei einem markanten Baum (Stacheldrahtzaun) unmittelbar am Felsabbruch durch zwei Tafeln gut erkennbar. Zweimaliges Abseilen (40 m, 50 m) bis zum Wandfuß. Dann fünf Minuten Richtung Westen entlang der Felswände zur bereits gut sichtbaren „Nase“ leicht ansteigend hinüber.
Beschreibung: immer den Bolts bzw. der Nase nach. Die einzelnen Seillängen im Detail:
L1- 8: anfangs leicht rechtshaltend hinauf (erster Bolt weit oben- moralisch, eventuell ein Micro placement nach rund vier Meter möglich), dann immer leicht linkshaltend über ein kleines Dach (ausdauernd) hinauf zum Stand.
L2- 7+: anfangs plattig links aufwärts, dann einem seichten Verschneidungsriss gerade hinauf zum Standplatz.
L3- 7: markant nach links aufwärts zu markanter Verschneidung und dieser wenige Meter folgen (da kommt die „Hexenzauber“ rauf). Beim sechsten bolt (nicht darunter schon nach links) einem waagrechten Riss nach links zur markanten Kante und dieser wenige Meter aufwärts folgen. Dann linkshaltend zu Stand unter markantem Überhang.
L4- 8-: drei Meter senkrecht rauf zum beginnenden Riss, diesen fast waagrecht nach links mega ausgesetzt ums Eck folgen. Zwischenstand nach rund 15 Meter möglich (zwei bolts). Weiter nochmals für rund zehn Meter fast waagrecht zum Stand.
L5- 7-: leicht links steil aufwärts an seichten Rissen und einer Verschneidung an bestem Verdon- Fels hinauf, dann markant links aufwärts zum Stand.
L6- 7-: leicht rechtshaltend steil aufwärts, noch einen kleinen Überhang überwinden und weiter in etwas flacherem Gelände (Wasserrillen, Platten) leicht linkshaltend zum Ausstieg. Der letzte Stand befindet sich hinter den ersten Latschen und ist erst kurz davor sichtbar. Wenige Meter unterhalb des Ausstieges gibt es noch eine Ausstiegsvariante, die gerade rauf in die Latschen führt (5-).
Abstieg: Vom Ausstieg der Tour wenige Meter Richtung Norden in einer Latschengasse, dann dieser gut ausgeschnittenen Gasse Richtung ONO folgen bis zum Zustiegsweg. Von dort sind es nur zwei Minuten bis zum Abseiler runter. Am besten erst dort das eventuelle Rucksackdepot machen (der oft beschriebene Tümpel existiert nicht mehr). Nun den gleichen Weg wie beim Zustieg zurück zum Ausgangspunkt.
Bemerkungen: Grundsätzlich sehr gut abgesicherte Tour, aber sicher nicht plaisiermäßig! Eine erste moralische Stelle gibt es besonders gleich zu Beginn der ersten Seillänge. Der erste bolt nach den Standplätzen ist meist sehr weit oben gesetzt. Mit friends nur bedingt verbesserbar.
Ausrüstung: komplettes Felskletterzeugs, 12 Expressen, 1-2 lange Schlingen, Doppelseil 50 m.
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