Griesferner Nordwand 2014!

von Michl Kraeftner am 26.11.2014

Die Niederschläge der letzten Wochen und der „bescheidene“ Sommer bescherte uns Bergsteigern optimale herbstliche Verhältnisse in den jeweiligen alpine Wänden. So auch am letzten Wochenende in der Griesferner Nordwand…

Flo mit seinem PI...

Flo mit seinem PI…

Wieder einmal war ich mit Flo unterwegs, der mich spontan auf die sehr guten Wetter- und Tourenverhältnisse aufmerksam machte. Und das wollten wir nutzen- so fuhren wir mit Sack und Pack am Samstag Richtung Westen. Im Ennstal fanden wir einen super lässigen hike& fly Berg, um uns für etwaige längere Unternehmungen fit zu machen. Das Gumpeneck (2.226 m) in den Wölzer Tauern war dafür gerade richtig. Eine gemütliche Wanderung und ein spitzen Flug mit wunderschönem Panorama bis ins Ennstal über knapp 1.600 Höhenmeter runter markierte den Auftakt unseres langen Wochenendes. 🙂
Nach der Weiterfahrt bis Innsbruck, wo wir bei Peter, einem Kletterpartner von Flo, nächtigen konnten (danke Peter für die tolle und freundliche Aufnahme bei dir und den Tourentipps… 😉 ),

Blick ins Ennstal...

Blick ins Ennstal…

warfen wir kurzfristig unseren weiteren Tourenplan über den Haufen und fuhren Sonntag früh ins Pfitschertal/ Sterzing. Die dort befindlichen Nordwände von Weissspitze, Hochferner, Griesferner und Hochfeiler sollten in ausgezeichnetem Zustand sein und die Verlockung dort zu klettern war riesengroß! 🙂
Vom Parkplatz an der Pfitscherjochstrasse auf ca. 1.800 m ging es taleinwärts über das Günther Messner Biwak zum Wandfuß. Schon vom Start weg konnten wir mit den Schi an den Füßen gehen, so viel Schnee hatte es! Wer Fotos von der Griesferner Nordwand kennt (die von den Vieren dort die „sportlichere“ mit 900 HM und 50°- Stellen bis 80°- ist), kann sich nur schwer vorstellen, wie grandios derzeit die Verhältnisse dort sind!

unsere Route rauf UND runter...

unsere Route rauf UND runter…

Fast alle Spalten sind zu und der Hängegletscher im Mittelteil ist mehr als einfach zu klettern. Somit gab es keine technischen Schwierigkeiten und bereits nach knapp über 4 Stunden ab Auto waren wir am Gipfel des Hochferners (3.476 m). Eine grandiose Aussicht, milde Temperaturen, kein Wind und das auch noch alleine, belohnten unseren Aufstieg!
Nur Flo keuchte ein wenig herum, wollte mein Partner doch unbedingt mal nach einer Nordwandbesteigung mit dem Gleitschirm ins Tal retour. Dies umso mehr, als das mein Freund konditionell noch einige Defizite aufwies! 😉
Doch wir hatten unsere Schirme nicht mit- dafür aber unsere Schi, die uns an diesem Tag eine „Jahrhundertabfahrt“ über unsere Aufstiegspur mitten durch die Nordwand runter ermöglichten.

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ein Traumpanorama!

ein Traumpanorama!

Unfassbar, da im November bei perfektem Pulverschnee runter fahren zu können (oder dürfen)! 🙂
Ohne Steinberührung ging es die gesamte Wand- lediglich einmal mussten wir ca. 20 Höhenmeter ab klettern- hinunter bis zum Auto. Fantastisch!
Leider entdeckten wir bei der Abfahrt ein großes Schneebrett in der Weisspitze Nordwand- die Temperaturen stiegen und es wurde täglich wärmer- so konnte unser Plan, tags darauf diese 1.100 Meter hohe Wand zu machen (und diesmal den Schirm mit zu nehmen 😉 ), nicht gehalten werden. So ging es wieder retour zu Peter nach Innsbruck.
Flo motzte ob des entgangenen Fluges zwar schon wieder- aber „Gut Ding braucht Weile“… 😉

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hier gehts zum Bericht vom Flo…

Die Fotos könnt ihr hier ansehen:

6 Kommentare

  1. Jürgen

    Is da Flo bei dir oiso a immer so langsam wie bei mir, i sog erm eh immer er soi mehr trainieren ;-). Geile Fotos, da Neid frisst mi grad auf!! 🙁

    • JA, Jürgen! Eine Krücke ist schneller… 😉 Gott sei Dank war`s am Gipfel windstill und warm- ich wäre erfroren!
      War wirklich geil- erst die Abfahrt: denk da an deinen neuen Latten… 🙂

  2. …70ge bist trotzdem vor mir

  3. Eh kloar für an normal Sterblichen hob i a super Zeit hinglegt. Für a Kampfmaschine hob i wieder Defizite. Na woart nur, du bist vor mir 70ge… 🙂 – mörder geil woars!!! 😎

    • Bist eh super, Burli! Dafür kletterst du mir noch davon… War mir eine Ehre- ein super Wohenende! 🙂

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