Gesamtsieg beim UTMR 2015!

von Martin Gansterer am 23.8.2015

Immer mehr (Ultra)trail Bewerbe tauchen in den diversen Wettkampfkalendern auf. Jeder Veranstalter möchte sich mit landschaftlichen Reizen etablieren. Die mehrfache UTMB (Ultra Trail du Mont Blanc) Gewinnerin Lizzy Hawker weiß, was das Trailerherz begehrt und organisierte die Zero Edition der UTMR (Ultra Tour Monte Rosa)…

herrliche Abendstimmung am Matterhorn...

herrliche Abendstimmung am Matterhorn…

Südlich des Monte Rosa startend ging es über drei Tagesetappen von Breuil Cervinia via Saas Fee nach Grächen im Mattertal. Aus 18 Nationen flogen die Abenteuerlustigen Ausdauerfreaks ein. Von der Warteliste schaffte ich es schließlich in das 120-köpfige Starterfeld.

Stage I: Cervinia – Staffal, 27 km, +1800 hm / -2250 hm
Die Erinnerungen an die Trofeo Mezzalama wurden beim Eintreffen in Breuil Cervinia wieder erweckt. Völlig erschöpft konnte ich im Mai diese einzigartige Landschaft nicht wahrnehmen. Umso leichter viel es mir am ersten Tag dieses Etappen Rennes. Im Morgengrauen wurden wir auf die Strecke gelassen. Bald erstrahlte das Matterhorn in der Morgensonne. Bewusst verzichtete ich auf den Laufschritt und marschierte die Umgebung genießend auf das erste Col des Cimes Blanches (2981 m).

das Führungsduo...

das Führungsduo…

Eingereiht in den Top 5 ging es auf super flowigen Trails bergab. Zwei leichte Stürze konnte ich gut verkraften. Beim letzten Anstieg war ich bereits in Position zwei und in Sichtkontakt mit meinem deutschen Sportsfreund Matthias Ihler. Der finale Downhill wurde flott, aber ohne Hektik gemeistert. Mit 25 sec Rückstand kam ich nach 3:30 h ins Ziel und fühlte mich selten so locker hinter der Ziellinie.

Stage II: Staffal – Macugnaga, 37 km (43 km), +2700 hm / -3200 hm
Ähnlich dem Mezzalama Anstieg ging es auf das Col d’Olen (2962 m). Auch hier erreichten Matthias und ich gemeinsam den ersten Checkpoint, bevor es 1800 hm durch wunderschöne Walser Rotten hinab ging. Dabei kam ich in einer Kehre zu Sturz und donnerte hefig auf mein Knie.

welch Aussicht!

welch eine Aussicht…

Zehn Minuten musste ich durchbeißen, bis ich wieder einen lockeren Schritt fand. Von Alagna ging es auf einen mit Steinplatten gesäumten Weg aus dem ersten Weltkrieg auf den Colle de Turol 2738 m. Das zermürbende bei diesem Anstieg war, dass der Pass laut offiziellem Höhenprofil bei km 25 erreicht werden sollte. Laut GPS fehlten mir nach 25 km noch gefühlte 500 hm. Matthias und ich wechselten immer wieder die Führungsposition, verloren uns aber nie aus den Augen. Gemeinsam oben angekommen folgte ein endloser Abstieg. Magenprobleme machten Matthias zu schaffen. Ich lief mein Tempo konstant weiter und durfte als erster einen stimmungsvollen Zieleinlauf im Ortszentrum Macugnagas nach 5:56 h mit 10 min Vorsprung erleben.

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Trails vom Allerfeinsten...

Trails vom Allerfeinsten…

Stage III: Macugnaga – Grächen, 41 km, +2600 hm / -2250 hm
Am dritten und letzten Tag musste ein brutaler Anstieg von 5,75 km mit 1500 hm auf den Monte Moro Pass 2785 m überwunden werden. Wie bei einem Déjà-vu erreichten Matthias und ich als erster den oberen Checkpoint, blickten nochmals retour, um uns von der Monte Rosa Ostansicht und von Italien zu verabschieden. Anfangs noch technisch schwierig, ging es dann immer schneller werdend nach Saas Fee. Danach folgte einer der schönsten Streckenabschnitte auf dem Europaweg. Technisch durchaus fordernd und oft enorm exponiert ging es wellig dahin. Matthias hatte einen leichten Einbruch und ich konnte abermals nicht meinen Rhythmus aufrecht erhalten. Nach 6:11 h lief ich strahlend als Tages- und Gesamt UTMR Sieger in Grächen ein! Den Nachmittag verbrachten viele Teilnehmer kneipend im Dorfbrunnen, bevor bei

Zieleinlauf live im Netz...

Zieleinlauf live im Netz…

Raclette Dinner eine emotionale Abschlusszeremonie gefeiert wurde.

Fazit:
Bei meinem ersten Antreten bei einem Mehr-Tages Laufbewerb auf Marathondistanzen erging es mir besser als erwartet. Weder Probleme mit dem Bewegungsapparat noch mit dem Magen machten mir in den gut 15:38 h Wettkampfzeit zu schaffen.
Umso mehr genoss ich den Abenteuerspirit, die landschaftlich kaum überbietbare Alpenregion und vor allem die schnell gefundenen Sportfreundschaften mit Matthias, dem Austro- Zermatter Arno und dem Dänen Rasmusen. Als Etappenrennen ist eine Wiederholungstat meinerseits gut vorstellbar, als geplanten Ultratrail für mich jedoch kaum erdenklich.

Siegerinterview!

Siegerinterview!

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Links:
Veranstalter: https://www.ultratourmonterosa.com/
Ergebnisse: https://www.racematix.com/site/#results:ser/42
Facebook: https://www.facebook.com/UltraTourMonteRosa/timeline?ref=page_internal
YouTube Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=M9IazZDssMo

5 Kommentare

  1. Dorner Christian

    Hallo Martin, spät aber doch möchte ich Dir zu dieser sensationellen
    Leistung gratulieren.
    Bin eher durch Zufall auf dieser tollen, mit sehr viel Enthusiasmus betriebenen website auf Dein Ergebnis gestoßen.

    LG Dorner Chri

  2. Super Martin . Sollte es ein Etappenrennen 2016 geben werde ich mit
    Evelyne event. auch kommen .
    Aber morgen auf nach Obersdorf Transalp.
    L.g.

    • admin

      ALLES GUTE für unsere beiden Teams! Pepi- ich bin sicher, die Vier haben die beste Betreuung auf Erden! 🙂 lgm

  3. Didier Fatton

    Félicitations pour cette folle traversée, Martin et aussi un grand bravo pour ta victoire.

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