Noch voller Emotionen ob der überwältigenden Eindrücke am vergangenen Wochenende versuche ich mal meine Gedanken zu Papier zu bringen…

Risse, Verschneidungen und Plattentraum in der Hammerbruch…

…was diesmal gar nicht so leicht ist. Als Chris Draxler und ich unser verlängertes Wochenende in der Schweiz auf der Salbithütte planten, war einerseits klar, wo es hingehen sollte und andererseits logisch, dass Chris lange alpine, schwere Granittouren im Auge hatte. Mir war`s wurscht, kannte ich dort noch gar keine einzige dieser legendär schönen Risslinien am Salbitschijen, für die man- wenn man die Mehrzahl klettern möchte- wohl ein halbes Leben lang benötigen würde.

Die Vorfreude war groß, bekam am Donnerstag hingegen einen

auch Schmetterlinge lieben den Fels dort…

kleinen Dämpfer, weil statt des bereits angesagten Schönwetters (wir wollten mit einer Kurztour in Hüttennähe unsere vier Klettertage beginnen) alles nass war. Umso mehr starteten wir angriffslustig am Folgetag zur Hammerbruch, einer der wohl schönsten Granitlinien am 2. Westgratturm. Schon beim Zustieg faselte dann mein Freund plötzlich was von „Westgrat“, und „Materialdepot“, „Einstiegseillänge auschecken“ und andere fiebrige Dinge. Und tatsächlich meinte Chris das ernst- nach dieser wunderbaren 11 Seillängen- Einklettertour (wenn man das bei 6c für mich so sagen kann) war ich gefangen. Der

ob`s der gleiche Schmetterling am Westgrat war…

Gedanke an diesen Pause- Klassiker hatte einen ganzen Tag in mir genagt- und gewonnen (nur der Gedanke an meine Zehen mit den zu kleinen Sportkletterschlapfen wollte nicht ruhen…).

Tagwache um 0230 Uhr, am Einstieg als erste Seilschaft um 0400 Uhr angekommen und um rund 0430 Uhr mit dem Klettern begonnen. Ja- so mag das mein Freund! Und um den nun folgenden Westgrat ein wenig beschreiben zu wollen, bediene ich mich einfach zweier Zitate:

Aus: Salbit erleben: „32 Seillängen fantastische Gratkletterei über die märchenhaften Westgrattürme zur Gipfelnadel. Der rötlich raue Granit

der letzte Klettermeter von über 1.100…

lässt keine Wünsche offen. Trotz der Bohrhaken wurde der alpine Charakter beibehalten, die Kletterei bleibt ein großes Unternehmen“.

Aus: Walter Pause- im extremen Fels: „Die 12- Stunden- Klettertour im Granit des Salbitschijen- Massivs gehört mit zu den kühnsten Führen dieses Buches…Am Abend erreicht man bei sinkender Sonne den Gipfel von Berg und Erlebnis“

Und genauso war es dann auch für uns! Mit einem kleinen Verhauer, sehr sicherer Klettertechnik und ohne Zeitstress teilten wir diesen Tag

Chris am Ziel seines Traums…

perfekt auf. 14 Stunden für den gesamten Grat sind nicht gerade schnell, aber so entspannt bin ich noch keine lange, Klassikertour unterwegs gewesen. Nur meine Zehen waren nach der Rückkehr zur Hütte nach insgesamt 18 Stunden auf den Beinen zu nix mehr zu gebrauchen…

Tags darauf bewegte ich mich anfangs auf allen Vieren weiter, in der Hoffnung, Chris möge ein Einsehen mit meinem körperlichen Gesamtzustand haben. Doch wieder nix: der Bua nötigte mich zu einer Ausklettertour an den Gemsplanggen in der Leviathan. Eh nur sechs Seillängen bis 6c… Natürlich trat Chris bei mir offenen Türen ein, bin ich doch selbst höchst motiviert für jede Art von Spinnereien- und gebe nicht gleich auf! 😊

Nach (wieder einmal) 50 wunderbaren Seillängen im Urner- Granit waren meine Finger dann aber doch so ziemlich durch und ich froh, jetzt mal ein paar Regenerationstage einschieben zu dürfen…

Danke Chris für dieses Kletterabenteuer im Granit! Ich liebe diese Überraschungen! 😉

der Superriss in der Leviathan…

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hier geht` s zum album und der Beschreibung der Via Hammerbruch…

hier geht` s zum album und der Tourenbeschreibung vom Westgrat…

hier geht` s zum album und der Tourenbeschreibung der Leviathan…

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das video vom Westgrat könnt ihr hier sehen:

 

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