climb & fly Ortler 2016!

Mehrere Versuche waren notwendig, um diesen lang gehegten Traum zu realisieren. Und an diesem Wochenende war`s dann perfekt…

Sonnenaufgang...

Sonnenaufgang…

Ein climb & fly vom Ortler hat für mich etwas ganz Spezielles. 2011 stiegen wir durch die Nordwand zum Gipfel, im vergangenen Jahr überschritten Flo und ich diesen Berg über den Hintergrat im Winter in einer zwölfstündigen Marathontour. Die mitgetragenen Schirme blieben damals leider im Rucksack, da zwar das Wetter bestens war, der Wind aber nicht mit spielte. Wiederum zwei Wochen später stand ich alleine unter der Nordwand, war aber körperlich und mental nicht in der Lage, dieses Vorhaben abzuschließen. Und nun stand ich nach dem DYNAFIT Athleten Meeting in Innsbruck wieder da: „A moi geht’s no!“

Die Wettervorhersage perfekt mit moderatem NW- Wind auf 4000 m mit Anfeuchtung am Nachmittag. Somit war klar: „speedup“ in der Früh! Der Weg

am Gipfel...

am Gipfel…

über die Hintergrathütte und dem Grat selbst war mir aus dem Vorjahr gut bekannt. Um 0245 startete ich bei der Talstation der Sulden- Seilbahn mit leichtem Gepäck. Nur für den Fall des (ungeplanten) Abstieges hatte ich eine 30 m Rapline, zwei Karabiner und eine kurze Eisschraube mit. Perfekt getimt ging`s an der Hintergrathütte vorbei, wo sich bereits eine Hundertschaft Bergsteiger aufmachte, ebenfalls den Grat zu stürmen. Bis zum eigentlichen Einstieg war`s aber noch ein gutes Stück und bis dorthin hatte ich alle Kletterer überholt und war alleine. Somit war auch meine größte Sorge des Steinschlags vertrieben. Ungemein entspannt und locker kletterte ich nun gemütlich dem Gipfel zu. Der Morgen graute und am zweiten Eisfeld oben ging dann die Sonne auf: „Welch ein Schauspiel!“ Ich setzte mich in den Schnee

mein Startplatz...

mein Startplatz…

und genoss für Minuten diesen Anblick und das dadurch nun sichtbare Panorama. Berge, wohin man blickte und eine Aussicht zum niederknien! „Unser Herrgott hat sich schon was dabei gedacht, als er das alles erschaffen hatte“.

Um 0700 Uhr am Gipfel traf ich auf drei sehr nette Südtiroler, die über den Normalweg rauf kamen und ebenfalls den Sonnenaufgang begeistert genossen. Wir fachsimpelten ein wenig über die Tourenmöglichkeiten und auch den beschwerlichen Abstieg, die die Drei noch vor sich hatten. Nicht so ich: schon als ich die Nase über die Gratkante neben dem Gipfelkreuz steckte, war klar: „Flugwetter!“ 🙂 Mit neidischen Blicken beobachteten mich die Drei,

mördergeil...

mördergeil…

als ich mein UFO knapp unterhalb des Gipfels startklar machte und wenige Minuten später von der Erde abhob. Seit nunmehr dreißig Jahren fliege ich, aber der Moment des Abhebens und das Gefühl dadurch hat sich nicht geändert: fantastisch und beeindruckend zu gleich!

“Ich hoff`nur, dass sich keiner der Normalweggeher, über die ich hinwegflog, Sorgen um mich machte: ich schrie und jauchzte ohne Unterlass!” 😉 Die Landung unmittelbar neben einer Pension mit neuer gepflasterter Terrasse und das Begehen derselben mit Steigeisen brachte mich noch in Erklärungsnotstand. Und als ich um 0800 Uhr im Hotel beim wohlverdienten Frühstück saß, tat ich mir schwer, das soeben Erlebte richtig zu sortieren: zu intensiv und eindrücklich waren die letzten Stunden.

Und weil`s soo schön war, wird es hoffentlich auch nicht da letzte Mal gewesen sein, dort runter zu fliegen. Flo möchte ja auch noch… 😉

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die Fotos könnt ihr hier sehen:

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hier gibts noch ein geiles video vom Markus Prantl:

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8 Kommentare

  1. Thomas Windbüchler

    steht bei mir heuer am Programm… ich hoff auch auf Flugwetter 😉 les mir die Geschichte von Dir alle paar Monate durch und das “whooo is das geil” wird nicht weniger 🙂

    • admin

      Ja, Thomas! Die Tour ist affengeil! Bei aperen Bedingungen ist der Hintergrat super und schnell zu klettern. Viel besser und kurzweiliger als der Normalweg über die Payerhütte. Bei Flugambitionen auf die Windrichtung achten: KEIN Südwind- am besten WEST bis NORD! Viel Glück! 🙂

      • Thomas Windbüchler

        hab mir gerade wieder Deine Seite durchgeschaut und mich an den Flug Ende Juni erinnert, saugeil dass es bei mir gleich beim ersten Mal geklappt hat :), das nächste mal gehts über den Hintergrat rauf!

        • Ja, Thomas! Für uns, die wir immer soo weit fahren müssen, ist ein Flug vom Ortler ein echtes highlight. Der Hintergrat ist nochmals eine Stufe höher und ein gesondertes tolles Bergerlebnis- alles Gute! 🙂

  2. …ich kenne nur Wahnsinnige 😉

    • Wenn ich mir so deine heurigen Wettkämpfe und Ergebnisse ansehe, stelle ich fest: du bist auch nicht ganz normal! 🙂 Also passen wir so gut zusammen!

  3. manni köhle

    obsolut genail – gratuliere !!!

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