Vor ziemlich genau drei Jahren gelobte ich Besserung ob meiner Tourenplanung am Venediger– und getreu meinem Motto haben Andi und ich den damaligen fauxpas perfekt ausgemerzt…
…der die Besteigung der weltalten Majestät über den Nordgrat vom Tal aus vorsah. Und natürlich direkt vom Quartier in Neukirchen aus, selbstverständlich NICHT mit dem e- bike und klarerweise light and fast über den Nordgrat hinauf und alles wieder retour.
Na ja- wer die Strasse ins Obersulzbachtal hinein nicht kennt, dem sei vorweg gesagt: a steile G`schicht is das Teil allemal! Und die Eckdaten unserer Tagestour sind auch zu erwähnen: 56 Kilometer, 3.100 Höhenmeter und tropische Temperaturen lassen einen
ausgefüllten Tag vermuten.
Andi ist da eine wahre Perle- der Kollege sieht immer das Positive: „Gut, dass wir um 0400 Uhr weggefahren sind- es ist kühl, keine Leute stören uns und steil wirkt es im Finstern auch gar nicht!“ 😊
Die Fahrt hinauf zum Beginn der Materialseilbahn der Kürsingerhütte verlief dann auch perfekt, der Aufstieg zur Hütte ebenso und das zweite Frühstück des Tages schmeckte hervorragend. Der Zustieg zum Grat verlief hingegen etwas zäher und langsamer: der Gletscher aper, die Spalten zwar gut sichtbar, aber langwierig zu umgehen und beim einzigen Schneefeld, das ebenjene Klüfte gut überdeckte ein kurzer Schritt ins (angeseilte) Bodenlose… man erlebt so einige unerwartete Dinge am Berg…
Der erste Teil am Grat gestaltete sich ob des kaiserlichen Edelbruchs kurzweilig
und angespannt. Kurz nach der Keidelscharte zog es so ein Gratkopf vor kurzem vor, den Weg nach unten anzutreten und seine Position direkt am Grat zu verlassen. Staub und Dreck und viel loses Klump lagen da so rum und musste überstiegen werden. Den Gratverlauf bis zur Meynow Scharte hatte ich nicht so brüchig im Kopf.
Aber dann wurde es so richtig cool zu Klettern- fester Granit, super Kletterstellen, exponiertes Gelände und eine traumhafte Sicht begleiteten uns auf den letzten Metern zum Gipfel. Andi schoss förmlich über die „böse Platte“ drüber. Das Seil hätten wir uns nur für diese eine Länge gut sparen können.
Bei Sommerwetter mit kurzem shirt und ohne Wind am Gipfel zu Viert. Ein seltener Zufall, der umso dankbarer entgegen genommen und immer seltener wird…
Der Abstieg war nochmal ein wenig fordernder als gedacht- einige große Spalten, windschiefe und morbe Schneebrücken sowie Gatsch und Wasser markierten unseren Rückweg zur Hütte. Doch dort gabs mal das Zwischen- TAB, und alles war wieder gut.
Und das Beste folgte natürlich zum Schluss: der bike- downhill aus dem Obersulzbachtal raus und zum Ausgangspunkt zurück. Und da merkt man`s nochmal ganz besonders: der uphill muss erst mal gefahren werden… 😉
Um 00:15 Uhr fiel ich dann ins Bett zu Hause- exakt 21 Stunden nach der letzten Tagwache konnte ich mit gutem Gewissen und folgendem Motto einschlafen: „A jed`s Joahr an Bledsinn mochn… und den g`scheit“!
Danke Andi fürs Mitmachen und Mitziehen- es war megacool!
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Richtzeiten unserer Tagestour- ohne Zweitfrühstück und TAB:
MTB bis Talstation Kürsingerhütte 2 Std
Aufstieg Kürsingerhütte 1 Std
Nordgrat bis Gipfel 5,5 Std
Abstieg bis Hütte 2 Std
Abstieg zum bike und zurück 1,5 Std
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hier gehts zum album und der Tourenbeschreibung des Nordgrates…
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Die Fotos könnt ihr hier sehen:



