Mont Blanc- Volume 3!

04.07.2019

Nach unseren zwei gelungenen Etappen am Gran Paradiso und am Lyskamm gönnten wir uns einen (fast) Ruhetag: nach dem Wechsel nach Courmayeur unmittelbar nach der Lyskammüberschreitung ging es tags darauf in einer gemütlichen vier Stunden Vormittagstour auf das Rifugio Gonella…

beim Zustieg am Miage Gletscher…

…war für mich der Mont Blanc als Hochtour schon alleine wegen der unglaublichen Menschenmassen von Chamonix aus ein absolutes „no go“, bot sich nun- auch hier wieder danke für den Tipp an Marlies Czerny– die Gelegenheit, von der italienischen Seite aus den höchsten Berg der Alpen zu überschreiten. Allein die Tatsache, hier vom Tal (PP 1.660 m) aus ohne Seilbahnunterstützung weg zu gehen, dezimiert die angehenden Gipfelstürmer um ein Vielfaches. So wanderten wir durch das Val Veny und den mittlerweile stark zurückgegangenen Miage Gletscher in einer fantastischen Bergkulisse aufwärts. Bereits zu Mittag waren wir auf der erst kürzlich neu erbauten Gonellahütte (3.071 m) angelangt. Die Unterkunft warm, sauber und gepflegt empfing uns freundlich das Hüttenpersonal. Lediglich 25 Personen wollten von hier auf den Mont Blanc- perfekt für uns.

das Vallot Biwak…

Doch spielte leider das Wetter nicht ganz mit: Als wir um 0015 Uhr ins Freie traten (auf der Gonellahütte wird bereits um Mitternacht geweckt), regnete es und die Wolkenbasis war zum Greifen nahe. Jürgen und ich brauchten nicht viele Worte, um uns wieder ins Bettchen zurück zu ziehen, zumal zusätzliche Gewitter bereits um die Mittagszeit angesagt waren.

Um 0800 Uhr hielten wir es aber trotzdem nicht mehr aus und erkundeten den Anstiegsweg Richtung Dome du Gouter (4.304 m) hinauf. Am Col des Aiguilles Grises (3.810 m) holten wir bereits erste Bergsteiger ein, die trotz der unsicheren Vorhersage weit vor uns gestartet waren und nur sehr langsam Richtung Gipfel kletterten. Wir dagegen kehrten um, füllten unsere Kohlehydratspeicher auf („a Bier gibt’s überall…“) und starteten am Folgetag

Jürgen am Bosses Grat…

nach Absprache mit einem Schweizer Bergführer, der ebenfalls die Überschreitung zur Cosmiquehütte am Plan hatte, um 0230 Uhr. Dies deshalb, weil bis zu diesem Tage keine Seilschaft über die Cosmiqueroute wegen einer weit offenen Spalte am Tacul den Gipfel erreichte und somit dieser Weg eine Unbekannte für alle darstellte. Wir wollten uns (er ging mit seinen zwei Begleitern zwei Stunden vor uns weg) am Gipfel treffen und den Abstieg anschließend gemeinsam machen, um mit zwei Seilen flexibel zu sein.

Flugs gings über den nun schon bekannten Weg rauf, über einen megaschönen Firngrat und weiter zum Dome du Gouter. Ein eindrücklicher Sonnenaufgang wie im Bilderbuch beim Vallotbiwak (4.362 m) und ein starker Partner, der am Bosses Grat alles überholte, was vor uns ging,

am Gipfel…

resultierte in einer für uns überraschenden Aufstiegszeit von gerade einmal gut vier Stunden. Welch ein fantastisches Erlebnis!

Wir hielten uns nicht allzu lange am Gipfel auf, verabschiedeten uns von den drei Schweizern, da wir ob der vielen Seilschaften, die über die Cosmiqueroute raufkamen die Info einer gut begehbaren Spur erhielten und liefen Richtung Aiguilles du Midi (3.842 m). Vorbei am Mont Maudit, dem Mont Blanc du Tacul und der Pointe Lachenal waren wir schnell wieder in tieferen Gefielden, sodass wir beschlossen, wieder auf die italienische Seite zu wechseln und den Stress mit Seilbahn und Bus ab Chamonix zu vermeiden.

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beim Abstieg zum Mont Maudit…

Über das riesige Gletscherbecken von Vallee Blanche und Glacier du Geant stapften wir zur Pointe Helbronner (3.462 m) hinüber, um mit einer wohlverdienten Seilbahnfahrt zurück nach Courmayeur zu gelangen.

Schon in der Seilbahn trafen wir auf drei Franzosen, die so freundlich waren, uns zu unserem Auto ins Val Veny zu führen- Dankeschön! 😊

Der weitere Plan mit dem neuerlichen Standortwechsel nach Cervinia und nachfolgender Aufstieg zum Rifugio Abruzzi 8 (2.802 m) verlief ebenso wie die Tour davor- einfach perfekt!

Nach 2.800 HM und rund 10 Stunden Gehzeit hatten wir uns das Abendessen in dieser Hütte mehr als verdient. Und morgen wartete das eigentliche Highlight der Woche auf uns…

 

Doch das ist eine andere Geschichte- stay tuned! 😉

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hier gehts zum album und der Tourenbeschreibung…

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die Fotos könnt ihr hier sehen:

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das video seht ihr hier:

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Mont Blanc 2019:

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