Canada 2020- the finals!

Schon waren drei Vierterl unseres Tripps nach Canada erfolgreich absolviert. Und nach dem weeping pillar würde es schwer werden, das bisherige toppen zu können. Oder ging`s vielleicht doch…?

irgendwo im nirgendwo wird Schnee geschaufelt…

the finals:

Doch zuerst mussten wir mal etwas erleben, ohne das ein Eisklettertripp hier nicht auskommt: rainbow serpent sollte in „perfect shape“ dastehen- also am kommenden Tag sofort rein ins ghost valley. Der frische Neuschnee, der über Nacht fiel, störte uns nicht- hat ja noch nie gestört…
…bis Flow und ich mit unserem Pickup kurz vor dem big hill im Schnee versanken. Eigentlich hätte es uns ja auch verwundern können, warum in diese absolut abgeschiedene Gegend keine Autospur reinführte. Aber wenn zwei Dodeln aus Niederösterreich mal unterwegs sind…
Rund 20 Kilometer von der letzten Behausung entfernt, das Handy schon lange empfanglos und die Bärengefahr a la the revenant immer im Hinterkopf begannen wir zu schaufeln. Man erlebt psychisch so einiges während dieser

moonlight links, snowline rechts…

Stunden 😉. Als wir uns endlich wieder unter den Lebenden fanden, zog es uns trotzdem nicht gleich nach Hause, sondern zu zwei wunderschönen, chilligen Eislinien in den Kananaskis mountains. Wir brauchten unbedingt etwas zum Nerven beruhigen und da waren moonlight und snowline genau das Richtige! Herrliches lockeres Steigen im WI 4 Gelände in einer Traumgegend rettete uns beiden den Tag (und unser angeschlagenes Ego). 😊
Da es tags darauf schon wieder schneite und die Lawinengefahr weiter stieg, setzten Flow und ich uns nochmal ins Auto und nahmen den weiten Weg zur weeping wall in Kauf. Da gab`s noch zwei weitere Eislinien, die erstens schön und zweitens von uns noch nicht geklettert wurden. Weeping wall right hand ist eine wunderbare WI 5 Dreiseillängentour, die gemacht werden musste. Und der central pillar, ein im Mittelteil senkrecht stehendes WI 5+ Eisschild lachte zu schön zu uns herüber, um nicht auch noch erfolgreich geklettert zu

weeping wall right hand…

werden. Sehr spannende Dreihundert steile Eismeter konnten wir beide da meistern, zumal es ein wenig fordernd wurde, als Seilerster im ausgesetztesten Gelände weit oberhalb der letzten guten Eisschraube zu stehen und zwei Fernosttouristen auf die Idee kamen, sich GENAU in meiner Kletterlinie abseilen zu müssen- ihr hättet Flow da schimpfen hören müssen: unpackbar lustig gsi! Aber wirklich grantig wurde der gute Junge erst, als wir ob der schlechten Strassenverhältnisse zu spät nach lake louise kamen und der Biershop schon geschlossen hatte- kein isotonisches Getränk für die restliche lange Rückfahrt- es wurde dann wirklich ein harter Tag! 😉
Was macht man am letzten Klettertag, wenn man schon soo erfolgreiche und lässige Tage in Canmore verbracht hatte? Richtig: man sucht sich ein weiteres Juwel aus dem Kletterführer, packt nochmal seine sieben Sachen und wandert

ein Meer aus Eis im central pillar…

mit Schi auf einem gesperrten und tief verschneiten highway in den wirklich allerletzten und fast nicht auffindbaren Graben, um seine Leidenschaft zu befriedigen.
Und wie diese befriedigt wurde! Wie schon so oft waren wir auch diesmal die Einzigen weit und breit: wir beide spurten einsam kilometerweit Richtung Süden und stiegen anschließend eine immer enger werdende Schlucht nach oben. Seilfrei über leichte WI 3 Stufen und vorbei an offenen, ungemein reizvollen Wassergullies ging es stetig bergauf bis zu einem markanten Rechtsknick: und da stand dieses Ding auf einmal vor uns- whiteman falls!
Es war totenstill- es schneite ohne Unterlass und kein Hauch regte sich. 95 Meter hoch stellte sich dieser Zapfen senkrecht vor uns auf- es war unheimlich und wunderschön zu gleich.

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fast ein mystischer Ort…

Diesmal war es der Tag von Flow: führte ich anfangs die erste Seillänge bis in eine perfekte Höhle zu einem noch perfekteren Standplatz, stieg der Junge die nun folgenden senkrechten bis leicht überhängenden 50 Meter souverän bis an deren Ende. Und wollten wir ursprünglich an diesem Ort selbst kein lautes Wort sprechen, so stieß der Kerl doch noch einen Schrei der Begeisterung aus, als er seinen Standplatz klicken konnte. Sagenhaft, gratuliere, Flow!

Ein Fazit zu ziehen über diese zwei Wochen ist schwer- für mich war es ein wunderbarer, erlebnisreicher Tripp in das Mekka der Eiskletterer!

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hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung von moonlight…

hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung vom central pillar…

hier geht`s zum album und der Tourenbeschreibung vom whiteman falls…

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das video dazu seht ihr hier:

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Whiteman Falls 2020:

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