von Evelyne Lachner am 30.6.2016

Ganz oben auf meiner Laufwunschliste der heurigen Saison stand, einmal einen Trail in Italien zu finishen.  Da kam der Vorschlag vom Resch Hubert, Organisator des GGUT,  gerade recht: Der North Face Lavaredo Ultra Trail…

mein Betreuerteam...

mein Betreuerteam…

Die Dimension eines solchen Events überforderte mich fast: drei Rennen mit insgesamt fast 3000 Startern, Toporganisation mit internationaler Besetzung. Am Donnerstag um 17:00 Uhr fand das Cortina Skyrace  über 20 km / 1000 m+ statt, Freitag 23:00 Uhr Ultra Trail über 119 km / 5850 m+ und samstags 8:00 Uhr 47km/ 2650 m+. Für jeden etwas dabei – auch für meinen Pepi und mich.

Donnerstag  17:00 Uhr: Der Hauptplatz von Cortina wurde zu einer tollen Startzielarena umgebaut – startete mein Pepi Richtung Monte Cristallo. Das Zuschauen alleine hier ist schon ein  Erlebnis!  Und als mein bester Betreuer nach 2:47 Std im guten Mittelfeld finishte, war

47 Kilometer, 2.650 Höhenmeter...

47 Kilometer, 2.650 Höhenmeter…

ich sehr stolz auf ihn. 🙂

Am nächsten Tag  vertrieb ich mir die Zeit des Wartens mit dem Rahmenprogramm der Veranstaltung. Meine Nervosität steigerte sich durch die Atmosphäre hier zusehends  – und mein Magendarmtrakt reagierte dementsprechend…..das wird was werden morgen…

Ziemlich nervös stand ich dann am Samstag mit ca. 1.300 Läufern im Startbereich. Das Wetter grandios, wenn auch ein bisschen zu heiß. Die ersten Kilometer führten eher gemütlich durch den Wald auf eine Anhöhe über Cortina. Dann die erste Aussicht: ein Weg schlängelte sich entlang des Berges – eigentlich super zu laufen, aber dort „traf mich gleich einmal der Schlag“… Von Anfang an in keinen vernünftigen Rhythmus gekommen, kündigten  sich jetzt auch Krämpfe an –und das bei KM 6! Es folgte ein WIRKLICHER Downhill, steil und felsig. Laut der Streckenbeschreibung meines DYNAFIT-Trail Hero Kollegen Michael geht’s durch

mein Betreuer Pepi...

mein Betreuer Pepi…

Gebirgsbäche ohne Brücken: „such keinen geeigneten Übergang – einfach knietief durch, sagte er mir“. Jetzt sah ich aber eine Seilbrücke über einen solchen. „HA! Da bleibt mir das wenigstens erspart“: dachte ich mir…. Kurz darauf erstreckte sich ein weites Tal mit unzähligen Steinen und Gebirgsbächen, die sich ihren Weg selbst suchten. Weg gab`s keinen –und auch keine Brücken. 😉 Dreimal knietief durchs kalte Wasser- dazwischen nur Steine – mir war eh klar, dass diese Strecke nicht einfach wird. Aber meinen Wadln tat diese Kneippkur recht gut – die Muskeln beruhigten sich. Nach ca. 20km ein Highlight der Strecke. Damit meine ich nicht nur den Falzaregopass mit der ersten Labestation (Rif. Col Gallina), sondern die Zusprache meiner besten Betreuer Pepi, Joschi und Hubert. Anscheinend war das Motivation pur!

„Jetzt stell Dich nicht so an, versuch locker zu laufen und die wunderschöne Strecke zu genießen“. Es funktionierte – ENDLICH fand ich meinen Rhythmus

herrliche Strecke...

herrliche Strecke…

und bekam lockerere Beine. Die nächsten Kilometer zum Passo Giau verflogen. Jetzt war ich in der glückliche Lage, immer wieder Läufer überholen zu können. Eine echte Aufgabe war dann noch der vorletzte Anstieg auf die Forca Giau. Im Höhenprofil  fast senkrecht gezeichnet ,war das gar nicht so übertrieben. 😉 Zügig mit einem vernünftigen Tempo legte ich die 300 Höhenmeter zurück. Denn mir war bewusst, dass auf den  letzten 10 km noch

über 1000 Hm abwärts  auf mich warteten.  Gut einteilen!  Hier waren die Abwärtspassagen wirklich kein Kinderspiel – selbst Forststraßen hatten so grobe Steine, dass mir meine Fußsohlen schon weh taten – und natürlich gab’s die klassischen, gemeinen Gegenanstiege, wenn man eh schon müde ist.

Endlich in der Zivilisation – Häuser in Sicht.  Wo ist denn der Kirchturm von Cortina? Und heiß  ist´s auch schon so…

Glücklich im Ziel!

Glücklich im Ziel!

Der letzte Anstieg, rechts abbiegen und ENDLICH: die Fußgängerzone vor mir! Unzählige Leute hinter den Absperrgittern, die mich anfeuerten. Nach 6:18 Stunden gratulierten mir Pepi, Hubert und der Joschi herzlich im Ziel.

Und ICH bedanke mich an dieser Stelle bei Euch, meine lieben Drei: laut den Durchgangszeiten überholte ich nach eurem Anfeuern noch 49 Läufer bis ins Ziel! So konnte ich mich  über meine Platzierung freuen – TOP TEN bei den Damen mit dem 9. Platz bei 276 Damen und 70. Gesamtrang  bei  1.235 gewerteten Läufern!

War sicher nicht der letzte Start in Italien. 🙂

hier gehts zur Seite des Veranstalters…

Kategorien: Touren

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