Vertainspitze Nordwand 2014

von Michl Kraeftner am 2.6.2014

Den Tourabbruch vor wenigen Wochen noch gut in Erinnerung, die Wettervorhersage zwar nicht optimal, aber durchaus brauchbar, die Zeit am Wochenende vorhanden und der Thamer Flo ebenfalls top motiviert- also nochmals: auf nach Sulden…

im steilen, unteren Teil...

im steilen, unteren Teil…

Um eventuellen Gewittern am Nachmittag aus dem Weg zu gehen, starteten wir am vergangenen Freitag bereits um 0300 Uhr von Sulden aus Richtung Düsseldorferhütte (2.721m). Nach dem glücklichen Passieren unseres letzten Umkehrpunktes, standen wir nach rund drei Stunden am Einstieg der Vertainspitze Nordwand (3.545m). Die Sicht war noch in Ordnung. Es schneite zwar leicht aus der knapp ober uns befindlichen Wolkenbasis, war aber kein Grund, unser Vorhaben stocken zu lassen. Die ersten Seillängen im sehr harten und 70-80° steilen Eis der Wand verringerten ein wenig unser gutes Tempo. Und in den oberen Seillängen war es der noch immer sehr viele Schnee, der uns ein wenig bremste.

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schönes Blankeis...

schönes Blankeis…

Im nach hinein dankten wir unserem Herrgott, dass er Flo beim Erstversuch „baden“ schickte: wir hätten ob des damalig vielen Neuschnees (40 cm) echte Probleme mit der Lawinengefahr im 50° steilen Schlussabschnitt gehabt!
Nach gut sieben Stunden standen wir glücklich und zufrieden- nachdem wir schon ein wenig am Gipfelgrat den höchsten Punkt suchen mussten- ganz oben und freuten uns schon auf unser TAB im Campingbus!
Was sollte jetzt schon noch aufregendes auf uns warten? Der GPS- track in der Suunto abgespeichert, der Weg am Display vorgegeben, mein unübertreffliches Orientierungsvermögen auf „go“ gestellt und darüber hinaus den letzten ATOMIC Waymaker im whiteout überlebt- also bitte?? 😉

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am Gipfel...

am Gipfel…

Dumm nur, dass wir nur Riesenwechten und Abstürze ins Nichts auf unserem Weg fanden. Die Sicht nur wenige Meter weit, wichen wir in die Südflanke aus und hofften, in einem weiten Linksbogen die angepeilte Angelusscharte (3.337m) zu erreichen. Daraus wurde leider auch nix- und als wir endlich was sahen, ging es so schnell als möglich über ein weites und eigentlich super lässiges Gletscherbecken (Laaser Ferner) abwärts.
Über die nachfolgende Odyssee über steile Flanken, grundlos tief mit Sulz gefüllte Rinnen, ein Rauf und Runter, sowie über einen kniemordenden Hatscher über 2.700 Höhenmeter bis ins Tal decken wir lieber den Mantel des Schweigens!

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no imma net unten...

no imma net unten…

Als wir endlich ein Cafe fanden und uns gleich zwei TAB`s auf einmal bestellten, war der erreichte Talort Laas ungefähr so weit von Sulden entfernt wie für mich bei einem Wettkampf Kilian Jornet! 🙂
Aber alles geht einmal zu Ende und nach einigen zusätzlichen Bier mit von Flo gekochten Spaghetti im Bus war die Welt schon wieder in Ordnung. Die tags darauf geplante nächste Nordwandtour verschoben wir zu Gunsten einer laangen Regenerationsnacht auf später…

Bei perfektem Wetter ging es daher am zweiten Tag von Sulden auf die Hintere Schöntaufspitze (3.325m). Bilderbuchwetter, kein einziger Tourengeher auf „unserem“ Berg, ein bärenstarker und schneller Partner, kein Wind, Sonne pur und die Abfahrt ins Tal perfektester Firn- Herz, was willst du mehr! 🙂

Schöntaufspitze!

Schöntaufspitze!

Lediglich ein paar Leute in der Königspitze Ostrinne und drei Kollegen, die eine super Tour über den Ortler mit anschließender Schiabfahrt über die Minigeroderinne unternahmen, trübten meine Laune um 0,1%…

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Fazit:
Wieder einmal eine echt geile Tour mit Flo! Solche Aktionen schreien förmlich nach einer Wiederholung- Danke!

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hier geht’s zum Bericht von Flo Thamer…
und da noch viele Bilder vom Flo…

die Fotos könnt ihr hier sehen:

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4 Kommentare

  1. Jürgen Krenmayr

    Sehr cooler Bericht! Und der Flo steigt dabei erstaunlich gut aus 🙂

    • admin

      Hab ich jetzt beim zweiten Mal durchlesen auch bemerkt…(ob ich da was ändern sollte… 🙂 )

  2. yes, sehr cooler Bericht! …reload:-)

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