Trailrunning Sexten 2012!

von Michl Kraeftner am 13.8.2012

Durch eine glückliche Fügung konnte ich das vergangene Wochenende in den Dolomiten bzw. der Ankogel Gruppe verbringen. Und warum das Angenehme nicht gleich mit dem Nützlichen verbinden…?

In Ermangelung eines Partners fielen naturgemäß die „richtig harten Sachen“ ins Wasser, trotzdem kann auch alleine aus dem Vollen geschöpft werden. Warum nicht jede Menge Klettersteige mit einer langen Trailrunning- Einheit verbinden?

Start war um 0700 Uhr bei der Fischleinbodenhütte (1.454 m) in Sexten. Zum Aufwärmen ging`s zur Talschlußhütte und gleich mal steil bergauf Richtung Sentinella Scharte südlich der Sextener Rotwand. Über den gleichnamigen Klettersteig führte der Weg in einem großen Bogen rauf zum Gipfel (2.965 m). Ein unvergleichliches Panorama belohnt den langen Aufstieg über 1.500 HM. 🙂 Die Suche nach einer kletterbaren Verbindung zum nächsten „Gupf“ brachte mir einen 30 minütigen klassischen Verhau im brüchigen Dreier- Gelände ein…

Ein kurzes Stück wieder retour zum Beginn des „Alpiniweges“ führte der versicherte Weiterweg mit einem kurzen Abstecher in die Sentinella Scharte (2.717 m), die Elferscharte (2.650 m) und zur Forca Giralba (2.431 m). Ein richtiger Ferrata- Klassiker, der nicht mit eindrücklichen Tiefblicken und grandiosen Aussichten geizt! Von der Zwölferscharte (2.524 m) hat man einen super Blick runter ins Fischleintal und kann fast die gesamte Aufstiegsroute des Sextener Berglaufes einsehen. Nun leicht kupiert immer weiter über das Sandebüheljoch (2.584 m) und dem nächsten kurzen Klettersteig über den Cengia Grat zur Büllelejoch Hütte (2.528 m). Von dort muss man einfach den kurzen Anstieg auf den Nachbargipfel des Einserkofel machen! Die Oberbachernspitze (2.677 m) ist einerseits der markante Spitz rechts vom Einser, wenn man ins Fischleintal reinschaut, und andererseits der berühmte Nachbar desselben, wo im Oktober 2007 beim größten Bergsturz in den Dolomiten über 60.000 m3 Gestein in die Tiefe stürzten. Ein gigantischer Tiefblick unmittelbar hinter dem Gipfelkreuz über mehrere hundert Meter senkrecht bis überhängend! Für Basejumper ein Traum!

Retour zur Hütte, um Nahrung und Flüssigkeit für den letzten Teil zu tanken: Gleich ums Eck über das Büllelejoch (2.522 m) führte der weitere Steig bergauf zur nächsten Via Ferrata- dem Friedensweg über den Paternkofel (2.744 m). Unübersehbar an der ehemaligen Frontlinie im 1. Weltkrieg die Zeichen der Vergangenheit- erschreckend und beeindruckend zu gleich…

Der finale Abstieg führte zur Drei Zinnen Hütte (2.405 m) und über das endlos lange Altensteintal (ist auch die letzte Abfahrt beim Zinnen Raid) retour zum Ausgangspunkt. Nach fast achtstündiger „Plattlerei“ ging ein ungemein intensives Bergerlebnis dem Ende zu!

Fazit:

50 Kilometer und 2.850 Höhenmeter- immer so zwischen 2.500 m und 2.900 m unterwegs…

Eine Supertour für versierte Trailrunner und konditionsstarke Bergsteiger…

Man glaubt gar nicht, wie viel man von diesen Wegen laufen kann…

Klettersteigausrüstung obligat (wiegt eh nix, des Klump… 😉 )

„Speedcross“ geeignet…

Landschaftlich unpackbar schön…

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Die Fotos könnt ihr hier sehen…

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